Vorlage
Stundensatz- und Preiskalkulator für Selbstständige
Wunschgehalt geteilt durch 2.000 Stunden — das ist der teuerste Rechenfehler in der Selbstständigkeit.
Du kannst keine 2.000 Stunden verkaufen. Urlaub, Krankheit, Feiertage, Angebote schreiben, Buchhaltung, Akquise: Davon bleiben realistisch 1.000 bis 1.200 fakturierbare Stunden übrig. Dazu kommen Steuern, Krankenversicherung und Altersvorsorge, die bei Angestellten der Arbeitgeber mitträgt.
Dieser Kalkulator rechnet rückwärts — von dem, was übrig bleiben muss.
WAS DRIN IST
• Mindest-Stundensatz aus deinem Wunsch-Netto
• Alle Betriebskosten einzeln erfassbar
• Realistische Berechnung deiner verkaufbaren Stunden
• Projektkalkulation für Festpreis-Angebote mit Risikoaufschlag
• Vergleichstabelle: was 40, 60, 80, 100 oder 120 € im Jahr bedeuten
EIN BEISPIEL
Wer 2.500 € netto im Monat will, braucht 63.640 € Jahresumsatz und muss bei 1.092 verkaufbaren Stunden mindestens 58,28 € verlangen. Nicht 30 €.
WARUM DER VERGLEICH MIT DEM ANGESTELLTEN NICHT AUFGEHT
Der häufigste Denkfehler klingt so: „Angestellt habe ich 25 € die Stunde bekommen, also nehme ich 35 €, dann verdiene ich mehr." Das stimmt nicht einmal annähernd. Bei einem Angestellten trägt der Arbeitgeber rund 20 Prozent Sozialabgaben obendrauf, bezahlt 30 Tage Urlaub, bezahlt Krankheitstage, zahlt in die Rente ein und stellt Arbeitsplatz, Geräte und Software.
Als Selbstständiger zahlst du all das selbst — und zwar aus dem Stundensatz, den du nur an den Tagen erzielst, an denen du tatsächlich für einen Kunden arbeitest. Deshalb ist die ehrliche Vergleichszahl nicht der Bruttolohn, sondern die Vollkosten eines Arbeitsplatzes. Genau diese Rechnung nimmt dir der Kalkulator ab.
DER RISIKOAUFSCHLAG BEI FESTPREISEN
Ein Festpreis ist eine Wette darauf, dass du die Stunden richtig geschätzt hast. Bei einem Projekt, das du zum ersten Mal machst, liegen Schätzungen regelmäßig 30 bis 50 Prozent daneben — und zwar immer in dieselbe Richtung. Die Projektkalkulation rechnet deshalb mit einem Aufschlag, den du selbst festlegst, und zeigt dir, ab welcher Überschreitung du draufzahlst. Mit dieser Zahl im Kopf sagt man leichter Nein.
FÜR WEN DIESER KALKULATOR GEDACHT IST
Für Solo-Selbstständige und Freiberufler, die auf Stundenbasis oder mit Festpreisen arbeiten — Handwerk, Beratung, Gestaltung, IT, Pflege, Training. Für alle, die das Gefühl haben, viel zu arbeiten und wenig übrig zu behalten. Und für jeden, der vor einer Preiserhöhung steht und ein Argument braucht, das nicht „ich hätte gern mehr" lautet.
FÜR WEN NICHT
Wer ausschließlich Produkte verkauft, braucht eine Produktkalkulation statt eines Stundensatzes. Und wer angestellt ist und nebenbei ein paar Aufträge macht, kann die Rechnung überschlagen — die Sozialabgaben laufen dann anders.
HÄUFIGE FRAGEN
Brauche ich Excel?
Nein. Excel, LibreOffice, Numbers und Google Tabellen funktionieren alle.
Sind Steuern und Krankenversicherung wirklich enthalten?
Ja, als eigene Positionen, die du mit deinen Werten füllst. Die Datei rechnet keine individuelle Steuerlast aus — das kann nur dein Steuerberater.
Kann ich mehrere Szenarien durchspielen?
Ja, die Vergleichstabelle zeigt fünf Stundensätze nebeneinander.
Hilft mir das im Kundengespräch?
Vor allem da. Wer weiß, wo seine Untergrenze liegt, verhandelt anders.
Funktioniert mit Excel, LibreOffice, Numbers und Google Tabellen.
Arbeitshilfe, keine Steuerberatung. Stand: August 2026.